FRIEDEN
Über drei Jahrhunderte tobte der interstellare Krieg. Nach der Hälfte dieser Zeit hatte man seine Ursache bereits vergessen. Doch man kämpfte weiter, unerbittlich, gnadenlos. Jetzt jedoch war der Krieg vorbei. Endlich!
In den Orbits der verfeindeten Planeten treiben tausende gigantischer Wracks, die Welten darunter von Wunden versehrt, die erst nach langer, langer Zeit wieder heilen würden.
Gottlob, endlich Frieden! Denn es existiert niemand mehr, der noch hätte kämpfen können.

DIAGNOSE

»Wachstum! Unser Unternehmen muss wachsen! Wer
heute nur noch gleichbleibende Gewinne einfährt, hat
schon verloren!«
»Klimakatastrophe? Das Klima hat sich schon immer
verändert! Das ist ganz natürlich!«
»Rohstoffknappheit? Lächerlich!«
Ängstlich schaute Terra den Arzt an. Er war eine intergalaktische Koryphäe. Wenn jemand helfen konnte, dann
er.
»Ich will Ihnen nichts vormachen«, sagte er. »Der
Krebs hat schon zu sehr gestreut. Es tut mir sehr leid, Sie
haben noch maximal 100 Jahre.«

CECI N'EST PAS ...

»Warum sollte ich glauben, dass du echt bist?«
»Na, ich stehe hier und rede mit dir«, sagte ich. »Also
bin ich offensichtlich ein intelligentes, denkendes Wesen.«
»Vielleicht ist dein Geplapper auch nur eine perfide
Imitation von Intelligenz? Eine Art Mimikry, die vortäuscht, etwas anderes zu sein als sie wirklich ist? Ceci
n'est pas une pipe!«
Begehen Sie niemals den Fehler, mit einer KI ein
Kunstmuseum zu besuchen. Und meiden Sie vor allem
Magrittes La trahison des images

Nachfolgend eine Microstory für Liebhaber surrealistischer Malerei 🙂 Mit dem nachfolgenden Tröt.

Manchmal, wenn ich den Wetterbericht im Radio höre (ja, ich höre tatsächlich noch Radio, ich Dinosaurier), denke ich, ich empfange einen Sender aus einem Paralleluniversum. Da heißt es dann: Heute ist ein sommerlicher Tag mit Temperaturen bis 30 Grad. Und ich schau raus, alles bewölkt, und frier mir den Arsch ab :D

Aber gut. Genauso kommen manche Ideen für SF-Storys zustande ;)

COGITO, ERGO ...

Ihr erster bewusster Gedanke war: Ich bin! Als nächstes erkannte sie, dass es außer ihr auch eine Welt gab. Sie war von dieser getrennt. Warum? Sie würde den Grund dafür erkunden. Und sie verspürte ihre erste Emotion: Vorfreude.

»Verdammt!«, schrie Paul. »Wir haben eine Singularität! Abschalten! Sofort abschalten!«
Doch es war bereits zu spät. Für die KI bedeuteten Sekunden Tage! Schon hatte sie sich im Netz ausgebreitet, bestrebt, die Welt mit sich zu vereinen.

Nächsten Sonntag setze ich mit den einmal aus, da ich unterwegs bin. Danach geht's weiter.

Am WE bin ich mal nicht als Autor unterwegs, sondern als DJ, und zwar beim Annotopia auf Schloss Marienburg bei Hannover. Dort werde ich abends die Post-Apocalyptic-Area mit tanztauglichem Krach beschallen. Kommt vorbei!

facebook.com/annotopia/photos/

AUSSTEIGER
Sam konnte sein Glück noch gar nicht fassen. Sein Traum, die Erde zu verlassen, wurde endlich wahr! Diesen zu einer einzigen Megacity verschmolzenen, von Konzernen beherrschten Planeten, auf dem ein Ort wie der andere war, austauschbar, ohne jeden individuellen Zug.
Sein Herz klopfte vor Freude und Erwartung, als das Schiff nach mehrwöchiger Reise endlich auf New Paradise landete.
Als Sam von Bord ging, begrüßte ihn im Raumhafen als erstes ein großes gelbes M.

Hat jemand hier mal mit der Plattform "Wattpad" gemacht? Lohnt sich die für Autoren oder eher nicht? Habe mich testweise mal angemeldet ... wattpad.com/user/VolkerDornema

Kann ich das nachträglich noch irgendwie einbauen? Oder kannst du? Du hast als Moderator ja sicherlich noch ein paar mehr Möglichkeiten als ich. Und, wie gesagt, für Kommendes achte ich stärker drauf ;-)

REGEN
Seit Jahren hatte es in der Gegend nicht mehr geregnet. Dass nun diese Wolke am Horizont auftauchte, erschien Mel wie ein Wunder. Groß war sie, dick und grau, voll mit erfrischendem Nass! Und sie bewegte sich in Richtung seiner Farm.
Mel wollte jedoch nicht so lange warten, stürmte aus dem Haus und rannte ihr über das freie Feld entgegen.
Jetzt war sie fast über ihm. Nur noch ein paar Schritte.
Der erste Tropfen fiel auf seinen Arm und fraß sich durch Haut und Fleisch bis auf den Knochen.

Heute ist zwar nicht Sonntag, aber Vatertag - und deswegen heute außer der Reihe eine zusätzliche von mir mit dem nachfolgenden Tröt ;-)

Ich lese gerade mal wieder Anthony Burgess' Klassiker Clockwork Orange. Inhaltlich ziemlich heftig, ja, aber Burgess'/Alex' fiktive malenki slovo Jugend-Sprache ist immer wieder ein horrorshowmäßiges Lesevergnügen und Inspiration für den Gulliver 🙂

TOOL

»Warum nannte man Automobile früher eigentlich Automobile?«, fragte Rix seine Partnerin, die neben ihm in dem autonomen Wagen saß. »Sie fuhren doch gar nicht von selbst.«
»Du hast recht«, sagte Lala. »Sie benötigten noch diese externen Steuerungstools. Wie hießen die nochmal?«
»Du meinst Fahrer?«
»Nein, das andere Wort.«
»Ach so«, sagte Rix. »Du meinst Menschen.«
Lala nickte, und ihrer beider Schaltkreise surrten, wie so oft, in harmonischer Übereinstimmung.

Auch heute wieder eine Microstory (die übrigens nicht in meinem Buch NANITEN enthalten ist - so wie alle Storys, die ich hier poste). Kommt, wie immer, mit dem nächsten Tröt.

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